„Für meinen Hund habe ich mein Auto verkauft“

Von Bianca von Heyden

Kategorien: Happy End


Datum: 20.07.2015

So groß kann Tierliebe sein: Sein Rottweilermischling Zeus, bester Freund seines kleinen Jungen Sean, litt unter einer Magendrehung. Blutgefäße waren abgeschnürt, Mageneingänge versperrt. Eine Krankheit, die schnell zum Tod führt. Nur eine OP konnte den Hund retten. Da Michael Müller (32) als Kraftfahrer nicht viel verdient, konnte er die OP- und Behandlungskosten in Höhe von 750 Euro nicht auf einmal aufbringen. Er zahlte 250 an und verkaufte kurzerhand sein altes Auto für 500 Euro. BrandZeilen.de stellt einen wahren Tierfreund vor.

Glücklich und zufrieden tollt Zeus über die Grünfläche, immer wieder stupst der Rottweilermischling seinen Begleiter liebevoll mit der Schnauze und wedelt mit dem Schwanz. Gerade so, als ob er sagen wollte, „danke Herrchen, was du für mich getan hast“. Denn dass Zeus überhaupt noch lebt, verdankt er der der Liebe seines Besitzers, Michael Müller(34) aus Berlin. Denn Zeus war dem Tode geweiht, nur eine teure Operation konnte das Leben seines treuen Begleiters retten.

Was war passiert? „Als ich mit Zeus nach draußen wollte, jaulte er fürchterlich, er hatte offensichtlich große Schmerzen“, erzählt Michael Müller, der mit seinem Hund sofort in eine Tierklinik fuhr, wo er gründlich untersucht und geröntgt wurde. „Magendrehung“ lautete die beunruhigende Diagnose. Der Magen des Hundes hatte sich teilweise schon von der Magenwand gelöst, Blutgefäße waren abgeschnürt, der Mageneingang versperrt. Es bestand akute Lebensgefahr, nur eine komplizierte Operation, würde den Hund retten können, so die Einschätzung der Tierärzte. Auf mindestens 750 Euro sollten sich die Kosten für den Eingriff belaufen.

Michael Müller überlegte keine Sekunde. Er zahlte zweihundert Euro an und gab sein Einverständnis für die lebensrettende Operation, auch wenn er das restliche Geld nicht flüssig hatte. „Ich konnte doch nicht darauf warten, dass mein Zeus qualvoll stirbt oder eingeschläfert werden muss, er war doch schon fast zehn Jahre lang mein treuer Begleiter“, sagt der Berliner.

Kein Vorschuss vom Chef

Doch was tun, wen das karge Gehalt eines Speditionsfahrers nach Abzug der Miete kaum zum Leben reicht? Tage vergingen, an denen Michael Müller verzweifelt versuchte, an Geld zu kommen, um seinen geliebten Hund in der Klinik auslösen zu können. Denn die Kosten für die aufwändigen Voruntersuchungen, die Operation, die Nachsorge und für den mehrtägigen Klinikaufenthalt beliefen sich auf insgesamt 810 Euro.

Einen Vorschuss wollte sein Chef ihm nicht gewähren, und das Geld, das Freunde ihm hätten leihen können, hätte vorne und hinten nicht ausgereicht. Eine treure Uhr oder eine Münzsammlung besaß Michael Müller nicht, das einzige, was sich kurzfristig zu Geld machen ließe, war sein Auto. Ein achtzehn Jahre alter VW Passat, den er erst ein paar Monate zuvor für eintausend Euro gekauft hatte. Michael Müller überlegte keine Sekunde. Für ihn stand fest, dass er für seinen Zeus auf den fahrbaren Untersatz verzichten würde.

Kurzerhand gab er eine Annonce auf und verkaufte den Wagen noch am selben Tag für 500 Euro. „Ein Hund ist doch schließlich mehr wert als ein Auto, auch wenn ich mit Öffentlichen Verkehrsmitteln in die Klinik fahren musste, um meinen Zeus abzuholen“, sagt Müller. „Das Wichtigste ist, dass mein Zeus wieder gesund ist. Dafür gehe ich zur Not auch zu Fuß. Fuß.“

bianca.heyden@brandzeilen.de

 

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