Das Mordrätsel um die schöne Stewardess

Von Edgar Schneider

Kategorien: Ungeklärte Kriminalfälle


Datum: 22.07.2015

Claudia Knapp (†47, Stewardess)  wurde in ihrer eigenen Wohnung umgebracht, ihr Sohn(14) fand die Leiche, als er von der Schule nach Hause kam. Vier Tage später nahm sich der Ehemann des Mordopfers das Leben, zurück blieb das Kind - und das Rätsel um einen ominösen Killer und sein Motiv. BrandZeilen.de bittet um Mithilfe.

Der Anblick war für den 14-jährigen Jungen ein Schock. Er kommt von der Schule nach Hause, schließt die Wohnungstüre auf und findet die übel zugerichtete Leiche seiner Mutter auf dem Fußboden liegend. Sascha (Name zum Schutz geändert) wird diesen schrecklichen Anblick wohl nie vergessen können.

„Wir alle können nicht begreifen, was da passiert ist, und dass Claudia nicht mehr da ist“, sagt ihre beste Freundin, Beate G.(47), bei der Claudia Knapp noch ein paar Tage zuvor zu einem gemütlichen Spielabend zu Besuch war. Entsetzen und Fassungslosigkeit machten sich unter den Einwohnern der bergischen Stadt Velbert breit. Claudia Knapp, 47-jährige Stewardess und Tochter einer angesehenen Handwerkerfamilie der Stadt, wurde brutal ermordet. Am helllichten Tag fand sie in ihrer Wohnung einen grausamen Tod.

Kurz nach 7.30 Uhr an diesem 1. Februar 2007 verabschiedet sich Sascha nach dem Frühstück von seiner Mutter und geht zur Schule. Seit der Trennung von ihrem Ehemann Hartmut vor sechs Monaten leben Mutter und Sohn in der Friedrichstraße 142. Claudia Knapps Mutter - ihr gehört das das mehrgeschossige Miets- und Geschäftshaus in der Fußgängerzone – wohnt eine Etage über den beiden. Sie kümmert sich um Sascha, wenn Claudia Knapp unterwegs ist. Die attraktive Mittvierzigerin arbeitet seit vielen Jahren als Flugbegleiterin bei der Lufthansa und fliegt Langstrecke. Hongkong, Dubai, Kapstadt. Am Wochenende vor dem Verbrechen erst war sie aus China zurückgekehrt.

Sascha (14) findet die Leiche seiner Mutter

„Seit der der Trennung von ihrem Mann hatte Claudia ihr Leben wieder voll im Griff, sie war trotz der Doppelbelastung gut organisiert und genoss jede freie Minute mit ihrem Sohn, mit dem sie sich bestens verstand“, berichtet Beate G. Regelmäßig gingen die beiden zusammen in ein nahe gelegenes Fitnessstudio, besuchten Freunde oder unternahmen schöne Ausflüge.

Als Sascha um 13.30 aus der Schule zurückkommt, deutet zunächst nichts auf etwas Außergewöhnliches hin. Er schließt Türe auf, betritt die Wohnung und schreckt beim Anblick seiner Mutter entsetzt zurück. Das Bild, das sich dem Kind bietet, brennt sich für immer in seine Seele ein. Obwohl ihm sofort klar sein muss, dass sie tot ist, ruft er noch einen Notarzt und alarmiert dann die Polizei.

Claudia Knapp wurde Opfer eines Gewaltverbrechens, so das Ergebnis der gerichtsmedizinischen Untersuchungen. Genauere Angaben zur Todesursache macht die zuständige Mordkommission aus ermittlungstaktischen Gründen nicht. „Das Verbrechen geschah zwischen 7.30 und 13.30 Uhr, die Motivlage ist bis heute jedoch völlig unklar, aber es spricht bislang nichts für eine Raubtat“, so eine Ermittlerin gegenüber BrandZeilen.de.

Vier Tage nach dem Mord erschießt sich der Ehemann

Da die Spurensicherung keinerlei Einbruchspuren vorfand, geht die Kripo davon aus, dass sich der Mörder entweder unter einem Vorwand Zutritt zu der Wohnung verschaffte, oder Claudia Knapp ihren Mörder kannte und ihn völlig arglos in die Wohnung ließ.

So nahm die Polizei das private und berufliche Umfeld des Mordopfers dann auch akribisch unter die Lupe. Da nicht auszuschließen war, dass der Mörder aus ihrem Arbeitsumfeld stammte, mussten Befragungen im gesamten Bundesgebiet durchgeführt werden. Mehr als sechshundert Männer, darunter auch viele Besucher des Fitnessstudios, das Claudia Knapp regelmäßig besucht hatte, wurden zum freiwilligen Speicheltest gebeten. Doch eine Übereinstimmung mit dem genetischen Fingerabdruck, den ihr Mörder in der Wohnung seines Opfers hinterlassen hatte, gab es nicht.

Dennoch war im Umfeld des Mordopfers stets von einer Beziehungstat die Rede. Auch ihrem Noch - Ehemann Hartmut Knapp, der seit ihrer Trennung im südhessischen Bensheim lebte, traute man hinter vorgehaltener Hand den Mord zu. Eifersucht oder Verzweiflung hätten ihn zu einer solchen Tat getrieben. Doch ihn schloss die Polizei sehr schnell als möglichen Täter aus. Er konnte für die Tatzeit ein wasserdichtes Alibi vorweisen.

Wer ist der ominöse Mützenmann?

Doch warum war er nach dem Mord nicht sofort nach Velbert zu seinem Sohn gefahren? Warum holte er den Jungen nach dem für ihn traumatischen Erlebnis nicht zu sich nach Bensheim? Hartmut Knapp blieb eine Antwort darauf schuldig, er entzog sich jeglicher Verantwortung. Nur vier Tage nachdem seine Mutter einem brutalen Mord zum Opfer gefallen war, verlor Sascha auch noch seinen Vater. Der 53-jährige Unternehmer hatte sich in seiner Wohnung erschossen. Der Abschiedsbrief, den die Polizei bei ihm fand, ergab jedoch keinerlei Hinweise auf eine mögliche Tatbeteiligung an dem Mord in Velbert.

So bleibt die Beobachtung einer Zeugin bis heute die wichtigste und immer noch erfolgversprechendste Spur: Kurz nach 7.30 Uhr hatte sie einen Mann mit Zopf und roter Mütze an der Sprechanlage des Hauses in der Friedrichstraße 142 beobachtet. Da Claudia Knapps Mutter verreist war, und sich zu dieser Zeit außer der Stewardess niemand im Haus aufhielt, muss sie es gewesen sein, mit dem der Mann mit dem Zopf über die Sprechanlage sprach. Doch bis heute blieb die Identität des ominösen Mützenmannes im Dunkeln. Nichts ließ die Kripo unversucht, den Mordfall zu klären, doch bis läuft Claudia Knapps Mörder immer noch frei herum.

Aber Mord verjährt nicht. Daher geben die Ermittler die Hoffnung nicht auf, den brutalen Mord an Claudia Knapp doch noch zu klären. Vielleicht sogar mit Ihrer Hilfe.

edgar.schneider@brandzeilen.de

 

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Täter gesucht


Mord an Claudia Knapp (†47)

Die Kripo in Düsseldorf möchte wissen:

Wer kennt den auf dem Phantombild abgebildeten Mann oder kann Angaben zum Aufenthaltsort des Gesuchten machen? Er ist ca. 35 Jahre alt, ca. 175 Zentimeter groß und schlank. Er hatte am Tattag blonde, nach hinten gekämmte und zu einem Zopf zusammengebundene Haare und trug eine rote Mütze.

Wer hatte Kontakt zu Claudia Knapp und wurde bisher noch nicht von der Polizei befragt? Wer hat die 47-Jährige vor dem Mord in Begleitung anderer Personen gesehen? Mit wem hat sie über mögliche Probleme oder Ängste gesprochen?

Mit wem hat sie über mögliche Probleme oder Ängste gesprochen?


Für Hinweise, die zur Klärung des Falles führen, ist eine Belohnung von 1.500 Euro ausgesetzt.


Hinweise an die Kripo Düsseldorf, Telefon 0211 8700

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