Der bestialische Mord an einem 13-jährigen Jungen

Von Edgar Schneider

Kategorien: Ungeklärte Kriminalfälle


Datum: 01.05.2015

Das Verbrechen ist bislang einmalig in der bundesdeutschen Kriminalgeschichte: Ein sadistischer Mörder schneidet einem wehrlosen Kind die Kehle durch, er verstümmelt das Opfer, entfernt seine Hoden und entnimmt Muskelfleisch. Mit einem Phantombild sucht die Kripo nach der perversen Blut-Bestie von Frankfurt. BrandZeilen.de bittet um Mithilfe bei der Fahndung.

Tristan Brübach ist zehn Jahre alt, als sich seine Mutter 1995 das Leben nimmt. Weil sein Vater arbeiten muss, ist der Junge aus dem Frankfurter Stadtteil Höchst schon sehr früh auf sich allein gestellt.

Mit 13 Jahren wechselt Tristan von der Walter-Kolb-Schule in Höchst auf die Meisterschule in Frankfurt-Sindlingen, wo er häufig von älteren Jungendlichen angegriffen und sogar beraubt wird. Tristan versucht, so gut es geht, körperlichen Auseinandersetzungen aus dem Weg zu gehen. Öfter wird er nach Schulschluss in der Nähe des Höchster Bahnhofes gesehen, einem beliebten Treffpunkt von Kleinkriminellen und Dealern. Tristan gehört jedoch nicht zu dieser Szene.

Auch am Donnerstag, dem 26.3.98 zieht es den 13-Jährigen zum Bahnhof. Von dort telefoniert er kurz nach 14.00 Uhr mit seinem Vater, eine gute Stunde später wird er in der Bruno-Asch-Anlage, einem kleinen Park, von einer Zeugin gesehen. Sie beobachtet, wie sich zwei Männer neben den Jungen setzen. Danach wird Tristan nicht mehr lebend gesehen.

Etwa zwei Stunden später machen zwei Jugendliche eine grausige Entdeckung. Im Tunnel unter dem Höchster Bahnhofs, durch den der Liederbach fließt, finden sie eine schrecklich zugerichtete Kinderleiche.

Selbst für die hartgesottenen Beamten der Mordkommission, die kurze Zeit später am Fundort der Leiche eintreffen, ist es ein furchtbarer Anblick. Der Junge - es handelt sich zweifelsfrei um Tristan Brübach - ist bestialisch verstümmelt.

Die Vorgehensweise des Mörders: sadistisch und pervers. Zunächst schlägt der Täter Tristan durch wuchtige Hiebe ins Gesicht bewußtlos, dann würgt er ihn und schneidet ihm die Kehle durch. Der Tod tritt durch einen tiefen Schnitt  durch den Hals bis zur Wirbelsäule ein. Der Mörder lässt die Leiche im Liederbach ausbluten, dann zieht er Tristan im Tunnel die Hosen herunter und setzt einen tiefen Schnitt oberhalb des Schambeines. Er schneidet den Hodensack auf und entnimmt beide Hoden, ehe er aus Gesäß und Oberschenkel Muskelfleisch heraustrennt.

Auch wenn es keine Anzeichen für eine Vergewaltigung des Teenagers gibt, scheint das Verbrechen sexuell motiviert zu sein. Offensichtlich hat ein Wahnsinniger an Tristan seine perversen Fantasien in die Tat umgesetzt. Möglicherweise hat er ein wehrloses Kind ermordet, um später wie ein Kannibale dessen Fleisch und seine Hoden zu essen.

Tristans Schulsachen findet die  Spurensicherung in der Nähe des Tunnels, doch sein Rucksack bleibt zunächst verschwunden. Vieles spricht dafür, dass der Kindermörder darin die Leichenteile seines Opfers abtransportiert hat.

Die Fahndung nach Tristans Mörder entwickelt sich zu einer der größten und umfangreichsten in der deutschen Kriminalgeschichte. Nichts lassen die Beamten unversucht, hinter  die Identität des perversen Kindermörders zu kommen. Bis zu 120 Beamte gleichzeitig arbeiten an dem Fall, der mittlerweile fast 400 dicke Aktenordner füllt. Mehrere Tausend Flugblätter und Fahndungsplakate werden verteilt, die Polizei nimmt sämtliche Männer unter die Lupe, die rund um den Höchster Bahnhof leben.

Ale es der Kriminaltechnik schließlich gelingt, auf Tristans Schulheft einen blutigen Fingerabdruck zu sichern, geben in einer bundesweit einmaligen Reihenuntersuchung mehr als 10.000 Männer aus den westlichen Frankfurter Stadtteilen ihren Fingerabdruck ab. Doch trotz des enormen Aufwands ist die perverse Blut-Bestie von Frankfurt nicht darunter. Der erhoffte Treffer bleibt bis heute aus. Doch die Ermittler geben nicht auf. Auch siebzehn Jahre nach dem schrecklichen Verbrechen nicht.

„Viele Indizien sprechen dafür, dass der Täter damals einen Bezug zu den westlichen Frankfurter Stadtteilen hatte, möglicherweise kannte er sogar sein späteres Opfer“, erklärt Kriminalhauptkommissar Uwe Fey gegenüber BrandZeilen.de.

Auch der zufällige Fund des Rucksacks ein Jahr später in einem Waldstück in der Nähe von Niedernhausen bringt die Ermittler nicht weiter. Das dolchartige Messer, das zusammen mit einer tschechischen Straßenkarte in der Nähe des Rucksacks gefunden wird, kommt als Tatwaffe nicht in Betracht. Wer den Rucksack nach dem Mörder im Besitz hat und ihn später dort abgegt, bleibt ebenfalls bis heute im Dunkeln.

Ein geheimnisvoller „Mann mit einem Zopf“ ist für die Ermittler daher bis heute der wichtigste Ansatzpunkt. Es handelt sich um einen hagereren Mann mit Pferdeschwanz, blassem Gesicht, stechenden Augen und einer Narbe auf der Lippe. In den Befragungen diverser Zeugen ist immer wieder die Rede von diesem Mann, an den sie sich zum Teil bis heute genau erinnern können. Da ist das Mädchen, das den Mann mit dem Zopf zur Tatzeit in der Nähe des Tunnels gesehen hat, als er aus einem Gebüsch kommt und flüchtet. Da sind die Jugendlichen, die durch den Tunnel gehen wollen und einen Mann beobachten, wie er sich im dunklen Tunnel über etwas beugt.

„Wir setzen nach wie vor alles daran, diesen Mann zu identifizieren, er muss zwangsläufig etwas mit dem unmittelbaren Tatgeschehen zu tun haben, jeder noch so kleine Hinweis auf diesen Mann kann sehr wichtig sein“, mit dieser Bitte um Mithilfe wendet sich Kripomann Fey heute an die Leserinnen und Leser von BrandZeilen.de .

Wir alle hoffen, dass wir der Kripo in Frankfurt helfen können!

edgar.schneider@brandzeilen.de

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Täter gesucht


Mord an Tristan Brübach

Die Kripo in Frankfurt/Main möchte wissen:

Wer kennt den auf dem Phantombild abgebildeten Mann oder kann Angaben zum Aufenthaltsort des Gesuchten machen? Er war zur Tatzeit zwischen 20 und 30 Jahre alt (heute zwischen 35 und 50), er ist ca. 175 Zentimeter groß und sehr schlank und wirkte sehr ungepflegt. Er hatte eine auffällige Veränderung der Oberlippe, möglicherweise eine Lippen-Kiefer-Gaumenspalte (Hasenscharte) Er hat dunkelblonde Haare, die als Zopf bzw. Pferdeschwanz getragen wurden. Der Gesuchte muss 1998 einen Bezug zu den Frankfurter Stadtteilen Höchst, Unterliederbach oder Zeilsheim gehabt haben.

Wer hatte Tristans Rucksack der Marke Fishbone zwischen dem 26.3.98 und dem 25.3. 99 im Besitz?

Von wem stammen die aufgefundenen Gegenstände? Es handelt sich um einen Campingkocher tschechischer Bauart, eine tschechische Straßenkarte von Deutschland und ein dolchartiges Messer mit einer Gesamtlänge von 22,5 cm. In die Klinge ist „Taylor Cutlery“ eingestanzt.


Für Hinweise, die zur Aufklärung der Tat führen, ist eine Belohnung von 15.000 Euro ausgesetzt.


Hinweise an die Kripo in Frankfurt/Main, Telefon 069 755 545 10

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