„Delphine schenkten meinem kranken Kind neue Hoffnung“

Von Wolfgang Hillnhütter

Kategorien: Happy End, Schicksale


Datum: 04.05.2015

Cilian (4) aus Schleswig-Holstein kam gehörlos und sehbehindert zur Welt, er leidet unter starken Entwicklungsstörungen und zeigt autistische Züge. Erst seit einer  Delphin-Therapie auf der Karibikinsel Curacao macht Cilian in seiner Entwicklung große Fortschritte. Therapeuten sprechen von einem kleinen Wunder. BrandZeilen.de war auf Curacao dabei und hat Cilian und seine Mutter jetzt Zuhause besucht.

Unermüdlich tobt Cilian im Garten. Nachdem der 4-jährige ausgiebig geschaukelt hat, schwingt er sich auf seinen bunten Spielzeugtrecker, um vergnügt ein paar Runden zu drehen. Dann stoppt er vor den Füßen seiner Mutter, die die Szene überglücklich beobachtet hat. „Mama, jetzt Eisenbahn spielen“, platzt es aus dem Kleinen heraus, seine großen blauen Augen strahlen.

„Ich bin ja so glücklich, dass mein Kind in seiner Entwicklung solch große Fortschritte gemacht hat“, freut sich Tabea Zietz (25) aus dem nordfriesischen Husum, während sie ihren Jungen ins Haus zu seiner Spielzeugeisenbahn begleitet. Noch vor ein paar Monaten wäre dies undenkbar gewesen, denn Cilian war stark in seiner Entwicklung zurückgeblieben. Er konnte kaum sprechen, er zeigte autistische Züge und war auf eine Gehhilfe angewiesen.

Als Cilian im Januar 2011 das Licht der Welt erblickte, war Tabea Zietz die glücklichste Mutter der Welt. Doch als die Ärzte sehr schnell mehrere schwere Handicaps diagnostizierten, brach für die junge Mutter eine Welt zusammen. Ihr Kind war gehörlos, stark weitsichtig, es litt unter einer schweren Schluckstörung und musste daher künstlich ernährt werden.

Doch Tabea Zietz war fest entschlossen,  ihrem Kind trotz seiner Behinderungen einen bestmöglichen Start ins Leben zu ermöglichen. Aufopferungsvoll kümmerte sich die alleinerziehende Mutter um ihr krankes Kind. Cilian benötigte eine Betreuung rund um die Uhr. Tatkräftige Unterstützung bekam sie dabei von ihren Eltern Sabine und Hauke, die ihr und ihrem Enkelkind immer mit Rat und Tat zur Seite standen. „Ohne sie“, sagt die gelernte Hauswirtschafterin dankbar, „hätte ich das alles nicht geschafft.“

Ständige Arzt- und Therapeutenbesuche gehörten fortan zu Tabeas Alltag. Die Frühförderung ihres kranken Kindes wurde für sie zu einem Vollzeitjob, zumal Cilian ganz besondere Aufmerksamkeit und Zuwendung benötigte. Mit fünf Monaten bekam Cilian dann das erste Cochlear - Implantat gegen seine Gehörlosigkeit eingepflanzt, drei Monate später das zweite. Eine Operation, bei der der Schädel aufgefräst wurde und die das Kind fast das Leben gekostet hätte.

Obwohl Cilian nun endlich hören konnte und zum ersten Mal eine akustische Verbindung zu seiner Umwelt hatte, blieb er stark in seiner Entwicklung zurück. Sein Sprachverständnis war kaum entwickelt, das erste Wort sprach er erst mit zweieinhalb Jahren. Weil Cilians Geschmacksnerven verkümmert waren, hatte er keinerlei Hungergefühl - die täglichen Mahlzeiten wurden für die junge Mutter jedes Mal zu einer Geduldsprobe.

„Zudem fing Cilian erst nach einem Jahr an, zu krabbeln,“, berichtet Tabea Zietz. „Auch das Laufen musste er dann mühsam erlernen, Cilian wirkte absolut unbeholfen auf seinen dünnen Beinchen, zudem litt er unter schweren Gleichgewichtsstörungen. Bei jeder noch so kleinen Unebenheit im Boden stürzte er, Treppen waren für ihn ein unüberwindbares Hindernis.“

Erschwerend kam hinzu, dass ihr Kind mehr und mehr autistische Züge zeigte, Cilian baute keinerlei emotionale Bindungen auf, nicht einmal zu seiner Mutter. Ein sogenannter ADOS-Test (Diagnostische Beobachtungsskala für autistische Störungen) bestätigte diese Vermutung: Cilians Untersuchungsergebnis lag eindeutig im auffälligen Bereich.

Bei einer Weiterbildung für Eltern behinderter Kinder hörte Tabea Zietz dann zum ersten Mal von der Delphintherapie, und dass insbesondere autistische Kinder davon profitieren können. „Ich war überzeugt, dass eine solche Therapie auch meinem Kind  helfen würde“, war sich die junge Mutter sicher. Dort, so ihre Überzeugung, wo herkömmliche Therapeuten am Ende sind, fangen die Tiere mit ihrer ganz besonderen Therapie an.

Weil die Krankenkassen die Kosten für eine Delphin-Therapie nicht übernehmen, initiierte Tabea Zietz eine große Spendenaktion für ihren Sohn. Rund 12.000 Euro waren aufzubringen. Eine Summe, die die alleinerziehende Mutter beim besten Willen alleine nicht  stemmen konnte. Zumal sie wegen der Betreuung ihres Kindes nur stundenweise arbeiten konnte.

Die Resonanz war absolut überwältigend. Nicht zuletzt dank der Unterstützung der Hilfsorganisation „dolphin aid“ war schon nach ein paar Monaten das benötigte Geld zusammen, ihr großer Traum von einer Delphin-Therapie für ihr krankes Kind war in Erfüllung gegangen. So ging es für Tabea Zietz und ihren Cilian mit dem Flieger für drei Wochen auf die Karibikinsel Curacao. Dort traf Cilian auf seinen Therapie-Delphin Nubia „Schon nach kurzer Zeit waren Cilian und Nubia beste Freunde“, erklärt Tabea Zietz. „Dies war wohl mit entscheidend dafür, dass die Therapie zu einem vollen Erfolg wurde.“

Mit strahlenden Augen beobachtete Cilian, wie sein Delphin durch Reifen sprang oder schwimmend und mit Zwitscherlauten um ihn herumschwamm, um ihn dann zärtlich mit der Schnauze zu stupsen. Am schönsten jedoch waren für Cilian die schnellen Runden, die er auf Nubias Bauch drehen durfte.

Doch was auf den ersten Blick nach Spaß und Freude im türkisfarbenen Meer unter karibischer Sonne aussieht, war für Cilian und seine Therapeuten harte Arbeit. „Bevor Cilian zu Nubia ins Wasser durfte, musste er im Therapieraum immer mehrere Aufgaben zu den Themen Sprachentwicklung, Wahrnehmung, Koordination von Händen und Augen und Mundschluss bewältigen“, erzählt Tabea Zietz. „Erst wenn er diese gelöst hatte, durfte er zur Belohnung zu Nubia ins Wasser, um die Therapie dort spielerisch fortzusetzen.“

Schon nach ein paar Tagen stellten sich die ersten Erfolge bei ihrem Kind ein. Cilian sprach plötzlich viel mehr und dadurch, dass sich sein Mundschluss verbessert hatte, auch um einiges deutlicher. „Was Nubia und die Therapie bei Cilian bewirkt haben, ist nicht nur für mich ein kleines Wunder“, strahlt seine glückliche Mutter. „Es hat sich wirklich etwas in ihm bewegt. Cilian ist seitdem wesentlich kontaktfreudiger, er hat jegliche Scheu verloren und hat auch keine Angst vor Tieren mehr. Er spricht jetzt so, dass wir ihn gut verstehen können, und er ist auch endlich trocken geworden. Und das schönste für mich als Mutter ist, dass er endlich eine emotionale Bindung zu mir hat.“

Weil alles so gut geklappt hat und sämtliche Erwartungen deutlich übertroffen wurden, möchte Tabea Zietz ihrem Kind schon bald eine zweite Delphin-Therapie ermöglichen. Sie hofft, dass auch dafür genügend Spenden zusammenkommen. „Die erste Therapie war für Cilian ein großer Schritt in ein normales Leben“, so die Mutter. „Jetzt soll mein Junge auch den nächsten wichtigen Schritt machen können.“

wolfgang.hillnhuetter@brandzeilen.de

 

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Cilian ist vier Jahre alt und seit seiner Geburt gehörlos, zudem besteht der Verdacht auf eine seltene Form von Autismus. Die ersten Jahre seines Lebens verbrachte Cilian fast ausschließlich in Krankenhäusern und bei Ärzten und Therapeuten. Seit einer Delphintherapie im letzten Herbst hat der Junge sehr große Fortschritte gemacht. Eine Spendenaktion soll eine zweite Therapie möglich machen.

Hier geht es zur Spendenaktion


Kontakt:

Email: cilianundtabea@hotmail.de

Internet: www.cilian.eu

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Info


dolphin aid…der Weg aus der Hoffnungslosigkeit

Die Delphin-Therapie macht Eltern Hoffnung auf ein selbständigeres Leben ihrer Kinder. Sie schafft auch die Vorraussetzung für den späteren Einsatz klassischer, medizinischer Therapien, die bei den betroffenen Kindern sonst medizinisch unmöglich wären. Die gesundheitlichen Fortschritte, die bei der Delphintherapie für die kleinen Menschen mit Behinderungen erreicht werden, sind der Beginn für ihre gesundheitliche Rehabilitation.


Seit Gründung 1995 durch Kirsten Kuhnert, die 2012 mit dem Bundesverdienstkreuz für Ihr Engagement ausgezeichnet wurde, hat dolphin aid Tausende Familien unterstützt. dolphin aid konnte so unzähligen behinderten Kindern, die schulmedizinisch aufgegeben waren, nachweisbare und signifikante Fortschritte in ihrer Entwicklung ermöglichen.


Gemeinsam mit engagierten und überzeugten Menschen, namhaften Sponsoren und vor allem auch durch die Summe einzelner kleiner Spenden hat dolphin aid bereits vielen Familien den Weg zur Delphintherapie ebnen können.


Kontakt:

dolphin aid e.V.
Angermunder Str. 9
D-40489 Düsseldorf

Telefon: (0049) 0203 746280
Fax: (0049) 0203 7481063
E-Mail: info@dolphin-aid.net
Internet: www.dolphin-aid.de
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