Mord auf offener Straße: Der grausame Tod einer jungen Studentin (†20)

Von Edgar Schneider

Kategorien: Ungeklärte Kriminalfälle


Datum: 15.06.2015

Mit einem Phantombild fahndet die Kripo Hannover nach dem Mörder von Annika B (20). Die Studentin und Mutter eines 3-jährigen Kindes war vom Einkaufen auf dem Nachhauseweg, als urplötzlich ein Mann hinter ihr auftauchte, ein Messer zückte und sie mit mehreren Stichen niedermetzelte. Das Motiv für die schreckliche Bluttat liegt bis heute im Dunkeln, auch dreieinhalb Jahre nach dem Mord gibt es vom Täter keine Spur. BrandZeilen.de bittet um Mithilfe bei der Suche nach Annikas Mörder.

Es fehlt das Motiv und auch das Messer, mit dem der Mörder sein wehrloses Opfer auf offener Straße niedermetzelte, wurde nie gefunden. Das Opfer: Annika B, eine 20-jährige Studentin und Mutter einer 3-jährigen Tochter aus Hannover. Der Killer: ein unscheinbarer junger Mann mit Allerweltsgesicht und einer eckigen Brille auf der Nase. Nach ihm fahndet Polizei seit dreieinhalb Jahren fieberhaft.

„Wir sind immer noch fassungslos und können nicht begreifen, was da mit einer Kundin von uns geschehen ist“, sagt der Angestellte des Kiosks an der Celler Straße im Gespräch mit BrandZeilen.de. Hier hatte Annika am Abend des 27.11. 2011 unmittelbar vor der Bluttat noch eingekauft.

Mehr als tausend Freunde bei facebook

Zusammen mit ihren Eltern und ihrem Kind wohnte Annika nur ein paar Hundert Meter entfernt von hier in der Kohlrauschstraße. Die junge Frau galt als sehr fleißig und besonders ehrgeizig, nicht erst seit sie ihr Umwelttechnikstudium begonnen hatte.

Die junge Studentin war im Internet und den Sozialen Netzwerken aktiv, bei facebook hatte sie mehr als tausend Freunde.

Die facebook - Gemeinde hält es daher für möglich, dass Annika ihren Mörder im Netz kennen gelernt hat. Vielleicht hat sie ihm sogar über ihre Pläne an jenem Adventssonntag berichtet. Auch Annika neigte dazu, jeden Ihrer Schritte dort zu posten. So könnte er gewusst haben, dass Annika am Abend noch einmal das Haus verlassen wollte, um im Kiosk an der Ecke einzukaufen.

Unvermittelt stach der Killer zu

Die Studentin hatte nach ihrem Einkauf ihre Wohnung schon fast erreicht, als wie aus dem Nichts ein Mann hinter ihr auftauchte. Er zückte ein Messer und stach ohne jede Vorwarnung auf sein wehrloses Opfer ein. Verzweifelt versuchte die junge Mutter, sich zu wehren und den Stichen auszuweichen, doch sie hatte keine Chance.

Eine Freundin, mit der Annika in diesem Augenblick telefonierte, bekam alles mit. Sie hörte Annikas schreckliche Schreie und ihre verzweifelten Hilferufe. Dann endete das Telefonat abrupt.

Ein Nachbar, der nach draußen gerannt war, um zu helfen, fand die Studentin blutüberströmt auf dem Gehweg. Sofort alarmierte er die Polizei und die Rettungskräfte. Es gelang einem Notarzt zwar noch, die junge Frau zu reanimieren, sie wurde auch sofort in ein Krankenhaus eingeliefert, jedoch starb sie dort eine Stunde später an ihren schweren Stichverletzungen.

Monate zuvor gab es eine Morddrohung

Die Kriminalpolizei hatte zunächst die Hoffnung, den Fall schnell aufklären zu können: Schon ein paar Tage später meldeten sich mehrere Zeugen, die sich zur Tatzeit gegen 19.15 Uhr an der Ecke Celler Straße und Kohlrauschstraße aufgehalten hatten. Sie alle hatten einen Mann beobachtet, der fluchtartig in Richtung Herschelstraße weggerannt war.

Ein Phantombild wurde erstellt, eine großangelegte Öffentlichkeitsfahndung lief an. Zwar gab es mehr als dreihundert Hinweise auf die unterschiedlichsten Personen, doch Annikas Mörder war nicht darunter. Auch ein Speicheltest, zu dem die Kripo rund eintausend Männer gebeten hatte, brachte nicht das erhoffte Ergebnis.

Auch eine weitere, vermeintlich heiße Spur, führte nicht zum Erfolg: Schon Monate vor ihrer Ermordung hatte sich Annika bedroht gefühlt. „Es gibt einen Mann, der mich umbringen will“, hatte Annika im März 2011 ihrer Mutter erzählt. Einen Namen nannte sie nicht, und den eindringlichen Rat ihrer Mutter, sich der Polizei anzuvertrauen, schlug sie aus. Obwohl, wie ihre Mutter später angab, die Morddrohung sehr konkret gewesen sein soll. „Der will im November nach Hannover kommen, um mich umzubringen“, soll Annika gewusst haben.

Bis heute ist das Verbrechen ungeklärt

Eine vermeintlich heiße Spur führte die Ermittler zu einem Mann nach Mecklenburg -Vorpommern. Doch die Überprüfungen dieses Mannes und weiterer Personen in seinem Umfeld verliefen negativ. Die Spur verlief ebenso im Sande wie bislang alle zunächst erfolgversprechenden Fahndungsansätze der Mordkommission.

So ist die Bluttat an Annika B. bis heute ungeklärt, ihr Mörder ist weiterhin auf freiem Fuß. Das Verbrechen, das den Eltern ihr Kind und einem dreijährigen Mädchen die Mutter raubte, ist ungesühnt.

 

edgar.schneider@brandzeilen.de

 

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Täter gesucht


Mord an Annika B.

Die Mordkommission in Hannover möchte wissen:

Wer kennt den auf dem Phantombild abgebildeten Mann oder kann Angaben zum Aufenthaltsort des Gesuchten machen? Der Gesuchte ist 23-35 Jahre alt, ca. 180 Zentimeter groß und schlank und hat kurze blonde Haare. Er trug eine viereckige Brille.

Welcher junge Mann hat nach dem 27.11.2011 sein Aussehen oder sein Verhalten geändert oder sein gewohntes Lebensumfeld plötzlich verlassen?

Wer hat sich auffällig intensiv mit dem Mord fall beschäftigt oder immer wieder darüber gesprochen?


Für Hinweise, die zur Überführung des Täters führen, ist eine Belohnung von 5.000 Euro ausgesetzt.


Hinweise an die Kripo in Hannover, Telefon 0511 109 5555

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