Der grausame Tod von Oma Anni

Von Edgar Schneider

Kategorien: Ungeklärte Kriminalfälle


Datum: 15.06.2015

Als Freunde mit ihrem Zweitschlüssel die Wohnung von Anni Sieper (75) öffneten, machten sie eine grausige Entdeckung. Im Flur hinter der Eingangstür fanden sie die Leiche der Rentnerin. Die Wohnung war durchwühlt, den wertvollen Schmuck der wohlhabenden Frau hatten ihre Mörder geraubt. Die Polizei fand heraus, dass Oma Anni heimlich Spielhallen besuchte, wo ihre Mörder möglicherweise auf sie aufmerksam wurden. BrandZeilen.de bittet um Mithilfe bei der Fahndung.

Bepflanzte Vorgärten, kurzgeschnittener Rasen, sauber gefegte Gehwege. Es ging stets beschaulich zu in der Krefelder Camesstraße, einer verkehrsberuhigten Sackgasse am Rande des Fischelner Stadtparks. Doch seit hier ein brutaler Mord geschah, ist die Idylle zerstört. Die Anwohner sind erschüttert, sie sind aufgeschreckt und verstört. Sie haben Angst, dass auch sie Opfer von skrupellosen Räubern werden könnten, die selbst vor einem Mord nicht zurückschrecken.

In der Parterrewohnung des Hauses mit der Nummer 20 wohnte das Mordopfer: Beate Sieper, eine 75-jährige, allein stehende Rentnerin. Beate Sieper, liebevoll Oma Anni genannt, wurde in ihrer eigenen Wohnung überfallen und brutal ermordet.

„Wir kannten sie als liebenswerte, hilfsbereite und höfliche Frau mit guten Umgangsformen, die großen Wert auf ein gepflegtes Äußeres legte“, erzählt eine fassungslose Mitbewohnerin. Jeder im Haus wusste zwar, dass Oma Anni - ehemalige Prokuristin einer Bank - vermögend war, doch niemand ahnte etwas von Oma Annis heimlicher Leidenschaft: Sie war regelmäßig zu Gast in Spiel- und Daddelhallen. Auch nach ihrer Pensionierung konnte die ehemalige Bankerin offensichtlich immer noch nicht vom Zocken lassen.

Möglicherweise wurden im Umfeld dubioser Spielhallen auch ihre späteren Mörder auf sie aufmerksam. Denn die beiden dunkel gekleideten jungen Männer, die am Mittwoch, dem 16. März 2011 vor Anni Siepers Balkon herumlungerten, erschienen mehreren Mietern sehr verdächtig. Aufgrund ihres Aussehens passten sie einfach nicht dorthin. Als eine Mieterin  das Haus verließ, nutzten die beiden die Gelegenheit, kurz nach 20.30 Uhr ins Gebäude zu kommen.

Oma Anni, so die spätere Rekonstruktion der Kripo, saß mit ihrem Heizkissen auf der Couch und sah fern, als es bei ihr klingelte. Arglos öffnete sie ihren Mördern die Tür. Denn kaum waren die beiden Männer in der Wohnung, packte sich einer von ihnen die Rentnerin und erwürgte sein Opfer mit bloßen Händen. In aller Ruhe durchwühlten sie dann die die Wohnung und raubten erhebliche Mengen Schmuck und Bargeld, ehe sie unerkannt über die Brüstung des Balkons flüchteten. Schubladen und Schranktüren ließen sie offen stehen. Ihre Beute: Ohrringe, Halsketten, Armbänder und Ringe, darunter alter, schwerer Goldschmuck.

Erst am nächsten Tag wurde die Leiche der Rentnerin gefunden. Weil Oma Anni einen Arzttermin nicht wahrgenommen hatte, hatte sich ein befreundetes Ehepaar voller Sorge auf den Weg zu ihr gemacht. Als die beiden mit ihrem Zweitschlüssel die Wohnung öffneten, schreckten sie entsetzt zurück. Auf dem Flur, direkt hinter der Wohnungstür, lag Annis Siepers Leiche.

Die Kripo geht von Raub als Motiv für den Mord aus, aufgrund der Spurenlage sind sich die Ermittler jedoch sicher, dass die Tötung nur von einem der beiden Männer durchgeführt wurde.

Obwohl die Kripo über ein aussagekräftiges Phantombild von einem der beiden Männer verfügt und mehr als eintausend Männer übeprüfte, gelang es bis heute nicht, hinter die Identität der Täter zu kommen. Solange sie weiterhin auf freiem Fuß sind, leben die Bewohner in der Krefelder Camesstraße weiterhin in Angst.

edgar.schneider@brandzeilen.de

 

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Täter gesucht


Mord an Beate Sieper(†75)

Die Mordkommission in Krefeld möchte wissen:

Wer kennt den auf dem Phantombild abgebildeten Mann oder kann Angaben zum Aufenthaltsort des Gesuchten machen? Er ist 20-25 Jahre alt und ca. 180 Zentimeter groß, sein Begleiter war etwas kleiner.

Wer kann Angaben zur Herkunft der abgebildeten Riemenstückchen oder des geraubten goldfarbenen Motorola-Handys machen?


Für Hinweise, die zur Klärung des Verbrechens und zur Ergreifung der Täter führen, ist eine Belohnung in Höhe von 3.000 Euro ausgesetzt.


Hinweise an die Mordkommission in Krefeld, Telefon 02151 6340 oder jede andere Polizeidienststelle

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