Oma Luise(†73): Am Wanderweg geschändet und erwürgt

Von Edgar Schneider

Kategorien: Ungeklärte Kriminalfälle


Datum: 10.07.2015

Mit einem Phantombild fahndet die Polizei nach einem brutalen Sexmörder. Sein Opfer ist die 73-Jährige Luise Z. aus München. Sie war am 7.6.09 in einer Wandergesellschaft im Egmatinger Forst unterwegs, als die Sexbestie ihr an einem einsamen Waldweg auflauerte, sie schändete und anschließend erwürgte. Zwei Wochen später fand man die unbekleidete Leiche der Rentnerin. Bis auf die Knöpfe ihrer Bluse und ihre Sonnenbrille waren sämtliche Kleidungsstücke verschwunden. BrandZeilen.de bittet um Mithilfe bei der Fahndung.

Der Internationale Volkswandertag des Vereins „Wanderfalken Dürrnhaar“ lockt Jahr für Jahr Wanderfreunde aus nah und fern ins oberbayerische Aying. Auch am Sonntag, dem 7. Juni 2009, dem Tag der Europawahlen, versammelten sich mehr als 800 Menschen am Treffpunkt vor dem dortigen Brauereigasthof. Eine von ihnen war Luise Zimmermann, eine 73-jährige Rentnerin aus München. Seit Wochen hatte sich die Witwe auf diesen Waldwandertag gefreut. „Ich möchte dieses Mal die 10-Kilometer-Strecke durch den Egmatinger Forst marschieren“, hatte sie vor ihrer Abreise freudestrahlend einer Bekannten erzählt.

Für Luise Zimmermann endete die Wanderung grauenvoll. Im Forst fiel sie einer brutalen Sexbestie in die Hände

Die Sexbestie lauerte im Gebüsch

Es war kurz nach Mittag, als sich die frühere Hauswirtschafterin alleine von Aying aus in Richtung Egmating auf den Weg machte. Der ausgeschilderte Wanderweg führte die zierliche Frau zum so genannten Kaltenbrunner Schlag. Keiner der etwa 800 Wanderer bemerkte, welch grausames Verbrechen sich dort, nur wenige Meter abseits des Forstweges, abspielte.

Neben dem Wanderweg hatte sich ein Sexkiller im Gebüsch versteckt und lauerte auf ein Opfer. Wie aus dem Nichts tauchte der Mann urplötzlich hinter der Wandererin auf und stürzte sich wie ein Tier auf die 73-Jährige. Oma Luise hatte keine Chance. Er zerrte die zierliche alte Frau etwa vierzig Meter weit in den Wald, dort riss er ihr sämtliche Kleider vom Leib, um sich dann brutal an ihr zu vergehen. Anschließend erwürgte er sein Opfer mit bloßen Händen.

Zwei Tage später wurde Luise Zimmermann in München von ihrer Tochter als vermisst gemeldet. Doch trotz intensiver Suchmaßnahmen blieb die Rentnerin spurlos verschwunden. Zwei Wochen später machte ein Spaziergänger dann eine grausige Entdeckung. Weil sein Hund anschlug, war er ihm etwa einhundert Meter in den Wald gefolgt, wo er schließlich auf eine tiefe Erdmulde stieß, in der er die nackte Leiche der 73-Jährigen entdeckte. Brandspuren deuteten darauf hin, dass der Mörder sein Opfer nach dem Mord anzünden und verbrennen wollte.

Parallelen zu einer Vergewaltigung ganz in der Nähe

Beamte der sofort eingerichteten „Soko Kaltenbrunn“ sicherten sämtliche Spuren am Fundort der Leiche und ließen den gesamten Egmatinger Forst Meter für Meter absuchen. Doch bis auf die Sonnenbrille und die Knöpfe ihrer Bluse blieben die Kleidung und der Wanderrucksack der Rentnerin bis heute verschwunden. Alles sprach dafür, dass ihr Mörder die Sachen mitgehen ließ, um möglichst keine Spuren zu hinterlassen.

„Wir gehen von einem sexuell motivierten Gewaltverbrechen aus“, erklärt ein Ermittler des zuständigen Polizeipräsidiums Oberbayern-Nord gegenüber BrandZeilen.de. „Alles spricht dafür, dass der Täter die Tat sehr gut vorbereitet und das Opfer gezielt ausgesucht hat.“

Die Umstände des Sexmordes an einer wehrlosen alten Frau erinnerten die Beamten sofort an ein anderes schweres Verbrechen. Keine fünfzig Kilometer von Aying entfernt war im November 2006 bei Lenggries eine 67-jährige Rentnerin Opfer eines brutalen Sexverbrechers geworden. Er war ihr über mehrere Kilometer gefolgt und hatte die Rentnerin dann überfallen und brutal vergewaltigt. Angekettet an einen Baum und mit zugeklebten Augen und Mund hatte er sein Opfer zum Sterben im unwegsamen Gelände zurückgelassen. Nur durch Zufall fand ein Jäger die hilflose Frau Stunden später. Bis heute konnte ihr Peiniger nicht gefasst werden - obwohl er seinen genetischen Fingerabdruck hinterlassen hatte.

Die Parallelen, auch in Bezug auf das Alter der Opfer und die gezielte Vorbereitung der Tat, waren offensichtlich. Aber bis heute gibt es keine Beweise, dass beide Verbrechen auf das Konto ein und desselben Mannes gehen.

Ein Reiter machte eine wichtige Beobachtung

Die Polizei ließ nichts unversucht, den Mord an der Münchner Rentnerin aufzuklären. Sie verteilte im Umkreis des Tatortes rund 20.000 Flyer, in sämtlichen öffentlichen Gebäuden in der Region wurden Fahndungsplakate angebracht.

Hoffnung keimte auf, als eine Wildbeobachtungskamera ausgewertet wurde. Ganz in der des Fundortes der Leiche hatte sie eine Person aufgenommen. Tatsächlich konnte dieser Mann identifiziert werden, aber er hatte für die Tatzeit ein wasserdichtes Alibi und schied als möglicher Täter aus. Zumal sich keine weiteren belastenden Umstände für eine Tatbeteiligung ergaben.

Befragungen in den Orten rund um Aying erbrachte dann die bislang erfolgversprechendste Spur. Es meldete sich ein Reiter bei der Soko, dem am Tattag ganz in der Nähe des späteren Fundortes im Wald ein Mann aufgefallen war. Dieser Mann im Wanderhemd hatte sein Gesicht sofort weggedreht, nachdem er den Reiter bemerkt hatte. Doch bislang konnte dieser Mann nicht identifiziert werden.

So ist der brutale Sexmord an einer wehrlosen Rentnerin bis heute ungeklärt, ihr Mörder ist weiterhin auf freiem Fuß. Und bis heute liegt ein dunkler Schatten auf dem Egmatinger Forst. Einen fröhlichen Volkswandertag wird es hier nie wieder geben

edgar.schneider@brandzeilen.de

 

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Täter gesucht


Sexualmord an Luise Zimmerman (73)
 

Die Kripo möchte wissen:

Wer kennt den auf dem Phantombild abgebildeten Mann oder kann Angaben zum Aufenthaltsort des Gesuchten machen? Der Gesuchte wird als Mitteleuropäer im Alter von 45 bis 50 Jahren beschrieben, er ist ca. 170 cm groß und schmächtig. Er hatte glatte dunkle, über die Stirn hängende Haare. Er trug ein Wanderhemd mit Kragen.

Wer hat am Wochenende des 6./7.6.2009 an der Wanderung in der Umgebung von Aying teilgenommen und wurde bislang noch nicht von der Polizei befragt?

Wem sind am Samstag, dem 6.6.2009 und Sonntag, dem 7.6.2009 Personen im Waldstück aufgefallen?

Wer hat Fotos oder Videoaufnahmen von der Wanderung gemacht?

Wer hat das spätere Opfer Luise Zimmermann am 7.6. alleine oder in Begleitung gesehen?

Wer hat an diesem Tag entlang der Staatsstraße 2081 von Aying nach Egmating durch den Forst verdächtige Wahrnehmungen gemacht?


Für Hinweise, die zur Klärung des Verbrechens führen, ist eine Belohnung von 5.000 Euro ausgesetzt.


Hinweise werden unter der Telefonnummer 08122-968-380 aber auch von jeder anderen Polizeidienststelle entgegengenommen

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