Perücken-Gangster: Verrät ihn seine Glatze?

Von Edgar Schneider

Kategorien: Ungeklärte Kriminalfälle


Datum: 01.04.2015

Mit Fotos aus der Überwachungskamera fahndet die Kölner Polizei nach einem bewaffneten Bankräuber. Mit einer roten Perücke und Sonnenbrille maskiert betrat er die Filiale der Commerzbank, er  bedrohte die Kassiererin mit einer Waffe und ließ sich den gesamten Bargeldbestand aushändigen. Zeugen sahen, dass der Perückenmann ein Glatzkopf ist. BrandZeilen.de bittet um Mithilfe bei der Fahndung.

 Gut getarnt ging er zu Werke: mit falschen knallroten Haaren und einer tief sitzenden Sonnenbrille narrte dieser Bankräuber Angestellte und Kunden einer Kölner Commerzbankfiliale.

 Es ist exakt 10.18 Uhr an jenem 14. Oktober 2010, als der Mann mit dem dunkelblauen Fleece - Pullover mit roten Querstreifen den Vorraum der Filiale am Ebertplatz betritt. Er schaut sich kurz um, dann betritt er ohne jede Hektik den Schalterraum und begibt sich unauffällig, aber zielstrebig zur Kasse. Auch die Kassiererin geht davon aus, dass es sich bei dem Mann um einen Kunden handelt. Doch kaum steht der Mann vor ihr, zückt er eine Waffe. Mit stockendem Atem schaut sie in den Lauf einer Pistole. „Er sagte dabei nur zwei Worte, ‚Geld her’“, berichtete die Kassiererin später der Polizei.

 Sie macht sie genau das richtige: Ohne jede Hektik holt den gesamten Bargeldbestand aus den Kassenfächern und schiebt ihm das Geld zu. Auch der Bankräuber bleibt völlig cool. Ohne ein Wort zu sagen, packt er mehrere Tausend Euro in eine mitgebrachte grün-weiße Plastiktasche, er dreht sich um, schaut kurz über den Rand seiner Sonnenbrille und verlässt dann den Schalterraum so unauffällig, wie er ihn betreten hat. Kaum zwei Minuten hat der dreiste Banküberfall gedauert. Außer der Kassiererin, die mittlerweile den Alarm ausgelöst hat, hat niemand etwas mitbekommen. Selbst der Kunde nicht, der unmittelbar hinter dem Bankräuber am Schalter wartete.

Doch dann macht der bis dahin so eiskalte Räuber einen entscheidenden Fehler. Kaum hat er die Bankfiliale verlassen, zieht er sich auf dem belebten Ebertplatz die rote Perücke vom Kopf und steckt sie in seine Jackentasche. Zum Vorschein kommt eine Glatze! Das beobachten zwei Bauarbeiter, die sich ob dieses Vorfalls irritiert anschauen.

Als Minuten später der erste Streifenwagen mit Blaulicht vor der Bankfiliale vorfährt, alles abgesperrt wird und die Fahndung nach dem Bankräuber anläuft, wird ihnen klar, dass sie den soeben auf seiner Flucht beobachtet haben und melden sich sofort bei der Polizei. Die Aussage dieser Zeugen hilft der Kripo weiter. Denn ohne dieses Aussage würde das zuständige K 14 womöglich heute noch nach einem rothaarigen Täter suchen. Per digitaler Bildbearbeitung zaubern Experten vom LKA Nordrhein-Westfalen dem Bankräuber kurzerhand die falschen Haare weg und modellieren dem Glatzenmann am Monitor einen passenden Kopf und die dazu passenden Ohren. Dennoch bleib seine Identität bis heute im Dunkeln.

edgar.schneide@brandzeilen.de

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Täter gesucht


Unbekannter Bankräuber

Die Kripo möchte wissen:

Wer kennt den Mann mit der Glatze? Der Täter ist zwischen 35 und 45 Jahre alt sein, ca. 185 Zentimeter groß und sehr schlank. Er sprach Hochdeutsch ohne erkennbaren Akzent oder Dialekt.


Hinweise an die Kripo in Köln, Telefon 0221 2290


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