Das Panzerknacken lernte der Einbrecher im Gefängnis!

Von Edgar Schneider

Kategorien: Ungeklärte Kriminalfälle


Datum: 01.04.2015

Das LKA Niedersachsen fahndet nach Dietmar Linke (47). Nach seiner letzten Verurteilung erlaubte die Justiz dem Berufsverbrecher, in der JVA  eine Schweißerausbildung zu machen. Nach seiner frühzeitigen Entlassung ging er sofort auf Beutetour. Er knackte 35 Tresore und erbeutete  mehr als eine halbe Million Euro. BrandZeilen.de bittet um Mithilfe bei der Fahndung.

Einmal Verbrecher, immer Verbrecher. Auf kaum jemanden trifft dieses Sprichwort wohl besser zu als auf Dietmar Linke, einen heute 47-jährigen Berufsverbrecher aus dem ostfriesischen Aurich. Kaum strafmündig, hatte er sich schon als 14-Jähriger eine erste Jugendstrafe wegen wiederholten Diebstahls eingefangen. Es war der Beginn einer steilen kriminellen Karriere. Diebstahl, Betrug, Einbrüche und immer wieder Einbrüche gingen auf das Konto des Ostfriesen. Seine Markenzeichen: schnelle Autos, Goldketten, teure Uhren und hübsche Frauen - zumeist Damen aus dem Rotlichtmilieu.   Das Strafregister des gut aussehenden Mannes – Typ Kumpel und Frauen -Versteher - wurde ellenlang. Immer wieder landete er im Gefängnis, zuletzt wurde Dietmar Linke wegen wiederholten schweren Einbruchdiebstahls zu sieben Jahren Haft verurteilt.

Das war im Jahre 1994. Und wie nach jeder Verurteilung gelobte der smarte Dietmar, genannt Didi,  auch dieses Mal wieder Besserung. Getreu dem Anstaltsmotto, dass eine gute Ausbildung die beste Voraussetzung dafür ist, nach der Entlassung in der Gesellschaft Fuß zu fassen und das Leben sinnvoll zu gestalten, ließ er sich als Metallbauer und Schweißer ausbilden. Auf die Idee, dass der notorische Einbrecher seine im Knast erworbenen Schweißtechniken in seinem Verbrecherberuf nutzen könnte, kamen die Verantwortlichen in der JVA nicht.

 Und da sich auch gefährliche Berufsverbrecher frühzeitig auf ihr späteres Leben in Freiheit vorbereiten müssen, bekommen sie hierzulande auch sehr schnell Hafturlaub. Unglaublich, aber wahr: schon während seiner Freigänge überprüfte Dietmar Linke seine im Knast erworbenen Fähigkeiten: bewaffnet mit Schweißbrenner und entsprechendem Know-how  drehte er als Panzerknacker in spe sein erstes schweres Ding: er knackte den Tresor eines Schuhhauses.

Und als er wegen guter Führung mit abgeschlossener Schweißerausbildung als Metallfacharbeiter mit bester Sozialprognose frühzeitig entlassen wurde, machte er sofort da weiter, wo er bei seiner letzten Verhaftung aufgehört hatte. Nur einen Tag nach seiner Entlassung brach er auf dem Nachhauseweg mit einem Komplizen in einen Landhandel in Ostfriesland ein, schweißte kurzerhand den Tresor auf und besorgte sich so ein geschäftliches Startkapital in Höhe von 3.500 Euro.

Es folgte ein bundesweiter Raubzug, ohne dass irgendjemand auf die Idee gekommen  wäre, dass Dietmar Linke hinter den schweren Einbrüchen steckt. Seine Vorgehensweise war dabei immer ähnlich. Zusammen mit unterschiedlichen Komplizen, die er kurzerhand für seine Brüche in seinem Bekanntenkreis rekrutierte, ging er von Aurich aus auf bundesweite Beutetour. Die Objekte der Begierde: möglichst allein stehende Geschäftsgebäude in Industriegebieten, vornehmlich Filialen einer großen Schuhhauskette und eines Discounters.

Dank modernster Technik - vom Schneidbrenner bis zu Sprengmittel hatte er stets alles dabei  - brannte und flexte der gelernte Schweißer und Metallbauer jeden Tresor innerhalb kürzester Zeit auf. Eine Spur der Zerstörung zog sich von der Nordsee bis nach Hessen und Rheinland - Pfalz. Seine Beute: Bargeld in Höhe von mehr als 500.000 Euro. Der durch Sprengungen angerichtete Sachschaden dürfte noch einmal so hoch sein.

Erst aufwändige Ermittlungen und das Geständnis eines Komplizen, der bei einem anderen Einbruch auf frischer Tat erwischt wurde, führten schließlich zu Dietmar Linke, dem Kopf der Panzerknackerbande. Doch unmittelbar vor seiner Verhaftung tauchte er unter. Hals über Kopf war er am 7.10. 97 aus seiner Wohnung in Aurich getürmt, sein rotes BMW-Cabrio wurde sechs Tage später verlasen in der Nähe von Nordhorn an der holländischen Grenze aufgefunden.

Doch trotz intensiver Fahndungsmaßnahmen gab es von Dietmar Linke keinen einzigen Hinweis auf einen möglichen Aufenthaltsort, er blieb bis heute spurlos verschwunden. Mehrere Mitglieder seiner gut organisierten Panzerknackerbande wurden zwar zu hohen Haftstrafen verurteilt, doch auf ihren Boss wartet die Justiz bis heute vergeblich.

edgar.schneider@brandzeilen.de

 

 

 

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Täter gesucht


Dietmar Linke

Panzerknacker mit internationalem Haftbefehl gesucht

Die Zielfahnder des Landeskriminalamtes möchten wissen:

Wer hat Dietmar Linke nach seiner Flucht gesehen oder hatte Kontakt zu ihm oder kann Angaben zu seinem jetzigen Aufenthaltsort machen? Der Gesuchte ist 181 Zentimeter groß von kräftiger Gestalt. Er hat braune Augen, Narben am rechten Arm, eine Warze am rechten Oberarm und eine Narbe am linken Oberarm. Möglicherweise hat Linke zwischenzeitlich eine neue Identität angenommen oder ist mit falschen Papieren ausgestattet.


Für Hinweise, die zu LInkes Ergreifung führen, ist eine Belohnung von 3.000 Euro ausgesetzt.


Hinweise an das LKA Niedersachsen, Telefon 0511 2626 2112 oder jede andere Polizeidienststelle.

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