Mit dem Flugzeug aus der Hundehölle

Von Bianca von Heyden

Kategorien: Happy End


Datum: 07.04.2015

Als Alexander Engler (38 ) zwei geschundene Straßenhunde in einem ungarischen Hundelager entdeckte, entschloss sich der Unternehmer aus Tauberbischofsheim zu einer spektakulären Rettungsaktion. Er ließ die Vierbeiner mit einem Privatjet nach Deutschland fliegen, um sie hier versorgen zu lassen. Nun warten die geretteten Hunde darauf, in ein liebevolles Zuhause vermittelt zu werden. BrandZeilen.de war bei der außergewöhnlichen Tierrettung dabei.

  Zusammen mit Frank Ohlig, Vorsitzender der „Tierhilfe West“ mit Sitz in Siegen hatte Alexander Engler das Tierheim in Siofok am Plattensee und die Tötungsstation Ajka besucht, um dort beim Aufbau und der Renovierung der völlig heruntergekommenen Anlagen zu helfen. Was der Unternehmer aus Tauberbischofsheim dort zu sehen bekam, übertraf seine schlimmsten Befürchtungen und ist kaum in Worte zu fassen: abgemagerte und gequälte Hunde, die unter unvorstellbaren hygienischen Bedingungen ein trauriges Dasein in einer heruntergekommenen und völlig verwahrlosten Station fristen. Kranke und misshandelte Hunde, die von ihren Besitzern zum Sterben aus dem Haus gejagt oder von Hundefängern in die Todesstationen gebracht wurden, um sie hier umzubringen.

  Unter den bedauernswerten Kreaturen waren zwei Mischlingshunde, die Engler sofort ins Auge fielen und die er „Lora“ und „Bones“ taufte. Bones war so geschwächt, dass er nicht mehr auf den eigenen Beinen stehen konnte und jegliches Fressen verweigerte. Ebenso wie Lora, die einen schmerzhaften Trümmerbruch am rechten Hinterlauf hatte, war auch Bones bereits mit einer Pfote im Hundehimmel. Beide hätten die nächsten Tage nicht überlebt. „Ich war entschlossen, die Hunde aus der Station zu retten“, sagt Alexander, „aber ich wusste, dass sie die fünfzehnstündige Autofahrt nach Deutschland mit Sicherheit nicht mehr geschafft hätten.“

  Also entschloss er sich kurzerhand zu einer ebenso ungewöhnlichen wie spektakulären Rettungsaktion. Er charterte einen Privatjet, der schon wenig später vom Flughafen in Siofok abhob. An Bord neben dem Piloten: zwei Tierhelferinnen aus Ungarn, Alexander Engler mit Lora und Bones! Gut drei Stunden später setzte die Cessna auf der Piste des kleinen Siegerlandflughafens auf. Am Rollfeld wartete der komplette Vorstand der Tierhilfe West. Der eingetragene Verein mit Sitz in Siegen kümmert sich seit 2008 fast ausschließlich um Hunde aus Ungarn. Vereinsvorsitzender Frank Ohlig und sein Team (alle sind ehrenamtlich aktiv) hatten Tränen in den Augen, als die beiden ungarischen Mitarbeiterinnen des Tierheims Siofok die erschöpften Tiere aus der Maschine trugen. „Sie wurden unmittelbar nach Aufsetzen des Flugzeugs von einer Tierärztin untersucht und behandelt“, berichtet Alexander Engler, der nach der Landung seine beiden Schützlinge mit frischem Wasser und ein paar Streicheleinheiten versorgte. „Während Lora trotz ihres Trümmerbruchs schnell auf den Beinen war, lag Bones noch längere Zeit völlig apathisch auf der Seite. Aber auch er erholte sich dann nach einer Aufbauspritze sehr schnell.“

  Damit die Zukunft der beiden Hunde in Deutschland besser aussehen wird als ihr tristes Hundeleben in Ungarn, wird sich zunächst der Hilfsverein um sie kümmern. Für den völlig abgemagerten Mischling „Bones“ fand man mittlerweile schon eine Pflegefamilie. Und die Tierschützer sind zuversichtlich, auch für Lora ein neues liebevolles Zuhause zu finden, sobald sie aus der Tierklinik entlassen wird. 45 Mitglieder hat der Verein, der sich zum Ziel gesetzt hat, so viele Hunde wie möglich vor dem Tod in den ungarischen Tötungsstationen zu retten. „Für sämtliche Hunde, die wir nach Deutschland holen, haben wir bislang immer neue Besitzer gefunden“, so Frank Ohlig. Und für den Fall, dass wie bei Lora und Bones wieder einmal absolute Not am Hund ist, hat Alexander schon seine tatkräftige Unterstützung zugesagt…



bianca.heyden@brandzeilen.de

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